Meine ersten Objektive – Kaufberatung

 

Einsteiger bedenken beim Zusammenstellen ihrer Foto-Ausrüstung häufig nicht, dass der Einfluss der Objektive auf das Bildergebnis größer ist als der Einfluss der Kamera. Jede solide Kaufberatung sollte deshalb darauf hinweisen, dass es besser ist, wenige gute statt ein Dutzend schlechte Objektive zu besitzen. Das hat auch damit zu tun, dass Linsenwechsel lästig sind und häufig wertvolle Zeit kosten. Dies ist auch ein Hauptgrund dafür, dass sich immer mehr Fotografen gegen Festbrennweiten und für Zoom-Objektive entscheiden. Top-Objektive sind im Übrigen erstaunlich wertstabil.Canon Objektive Kaufberatung

Testergebnisse und Kommentare in Internet-Foren können bei der Kaufentscheidung für ein Objektiv hilfreich sein. Dennoch sollte man vor der Entscheidung für ein bestimmtes Modell prüfen, wie man persönlich damit zurechtkommt. Dabei kann man für sich selbst etwa die folgenden Fragen beantworten: Liegt das Objektiv gut in der Hand? Wie schnell arbeitet der Autofokus? Lässt sich das Objektiv auch manuell gut fokussieren? Wie weit fährt es aus? Wie sind Materialien und Verarbeitung? Deshalb gilt: Bevor man eine Kaufentscheidung trifft, sollte man die Kaufberatung eines erfahrenen Fachhändlers in Anspruch nehmen und das ins Auge gefasste Objektiv, wenn möglich, ausleihen und am eigenen Kameragehäuse testen – am besten im Rahmen eines Vergleichstests.

Objektivarten

Um ein wenig Ordnung in die kaum überschaubare Vielzahl von Kamera-Optiken zu bekommen, gibt es ein paar bewährte Einteilungsprinzipien. Was die Brennweite bzw. den Bildwinkel betrifft, werden unterschieden:

  • Normalobjektive: Die Perspektive von Normalobjektiven entspricht ungefähr dem Bildeindruck, den das menschliche Sehvermögen vermittelt. Die Dinge werden dadurch weder verzerrt noch stilisiert abgebildet, sondern als natürlich wahrgenommen. Bei Kleinbildkameras mit einer Sensorgröße von 36 mal 24 Millimetern entspricht habe Normalobjektive eine Brennweite um die 50 Millimeter. Für Kameras mit kleineren Sensoren muss diese Zahl mit einem entsprechenden Crop-Faktor multipliziert werden.
  • Teleobjektive: Sie holen ein Objekt näher an den Betrachter heran. Bei Kleinbildkameras sind das Objektive mit Brennweiten von mehr als 50 Millimetern. Weit verbreitet sind hier Objektive bis etwa 250 Millimetern. Es gibt auch Objektive mit weitaus größeren Brennweiten. Bei kleineren Sensoren muss auch hier wieder mit einem Crop-Faktor umgerechnet werden.
  • Weitwinkelobjektive: Sie bieten einen weiteren Bildwinkel, wobei Bilddetails weiter vom Betrachter wegrücken. Bei Sensoren mit 36 mal 24 Millimetern Größe sind das Objektive mit Brennweiten von weniger als 50 Millimetern Größe. Üblich sind hier Brennweiten bis hinunter zu 14 Millimetern. Es gibt aber durchaus auch Objektive mit noch kürzeren Brennweiten. Lichtstarke Weitwinkelobjektive mit konstanter Anfangsblende und mit Brennweiten bis in den leichten Telebereich hinein werden von vielen Fotografen als Standard-Zoom verwendet.

Außerdem kann man die Objektive in Festbrennweiten und Zoom-Optiken einteilen:

  • Beim Fotografieren mit Festbrennweiten geht es meist nicht nur darum, rasch die beste Perspektive auf das Motiv zu finden, sondern auch die optimale Distanz. Deshalb sind hier in besonderem Maße Kopf und Auge des Fotografen gefordert – und seine Erfahrung. Perfektionisten arbeiten häufig mit Festbrennweiten, weil sie in der Regel eine höhere Abbildungsqualität bieten als Zoomobjektive. Weiteres Plus: Festbrennweiten sind in der Regel deutlich preisgünstiger als Teleobjektive.
  • Zoom-Objektive hingegen decken jeweils ein bestimmtes Spektrum von Brennweiten ab. Sehr häufig – und als Standard-Zooms immer weiter verbreitet – sind Optiken vom Weitwinkel- bis in den leichten Telebereich, im Bereich der 36-mal-24-Millimeter-Optiken etwa von 28 bis 70 Millimetern, und Tele-Zooms etwa von 70 bis 210 Millimetern.

Eine weitere wichtige Kenngröße bei der Charakterisierung von Objektiven ist deren Lichtstärke. Auch sie sollte deshalb bei jeder Kaufberatung angesprochen werden. Als Lichtstärke wird der Quotient aus dem maximal möglichen Durchmesser der Eintrittsöffnung und der Brennweite eines Objektivs bezeichnet. Eine Lichtstärke von beispielsweise 1:1,8 ist sehr hoch. Sie ermöglicht scharfe Aufnahmen in der Dämmerung und in kaum beleuchteten Räumen ohne Blitzlicht. Bei einer Lichtstärke von 1:5,6 hingegen ist die Verwendung eines Blitzes bei diesen Lichtverhältnissen nahezu unumgänglich – es sei denn, die Aufnahmen dürfen verwackeln und viel Bewegungsunschärfe aufweisen.

Viele Objektive, die ursprünglich für analoge (Film-)Kameras entwickelt wurden, lassen sich auch mit Digitalgehäusen kombinieren – aber nicht alle. Das gilt für Festbrennweiten ebenso wie für Standard-Zooms. Darauf wird bei Kaufberatungen häufig nicht deutlich genug hingewiesen. Die EF-S-Objektive von Canon hingegen können ausschließlich mit digitalen Canon-Kameras mit Crop Faktor 1.6 verwendet werden. Die Objektive der EOS-EF-Serie von Canon aber sind grundsätzlich mit sämtlichen analogen und digitalen Canon-Kameras kombinierbar.

Genres

Die eigene Entscheidung für ein bestimmtes Objektiv sollte man daran ausrichten, welche Motive man bevorzugt fotografieren möchte – insbesondere, was Brennweite und Lichtstärke betrifft. Für eine qualifizierte Kaufberatung sollte man dem Händler deshalb sagen, in welchen Genres man sich mit seiner Kamera am häufigsten bewegt:

  • Wer bevorzugt Tiere in freier Wildbahn fotografiert, der wird, um weiter entfernte Motive heranzuholen, in erster Linie mit Tele-Brennweiten arbeiten.
  • Zum Fotografieren von Blüten, Insekten und Mineralien muss man sich seinen Motiven, um sie formatfüllend fotografieren zu können, häufig bis auf wenige Zentimeter nähern. Dazu benötigt man ein Makro-Objektiv.
  • In der Mode- und People-Fotografie wird mit lichtstarken Normal- und leichten Tele-Brennweiten gearbeitet.
  • Auch in der Porträtfotografie liefern leichte Teleobjektive mit hoher Lichtstärke meist die besten Ergebnisse; denn sie sorgen für eine kaum merkliche Verdichtung der Perspektive. Dadurch werden die Größe vorstehender Gesichtsbereichen, der Nase etwa, aber auch von Augenbrauen und Kinn, dezent reduziert und der Gesamteindruck harmonisiert. Wichtig ist gerade bei der Porträtfotografie auch, dass das Bokeh, also die Hintergrundunschärfe, die ein Objektiv liefert, natürlich, rund und weich wirkt.
  • In der Presse- und Reportage-Fotografie wird häufig in Innenräumen und auf geringe Distanz gearbeitet. Hier dominieren kürzere Brennweiten, lichtstarke Optiken und Standard-Zooms.
  • In der Sportfotografie geht es häufig darum, schnelle Bewegungen einzufrieren und die Akteure auf dem Spielfeld näher heranzuholen. Deshalb dominieren hier lichtstarke Tele-Optiken mit schneller Fokussierung.
  • Bei der Food-, Automobil- und Produktfotografie sind Brennweiten um den Normalbereich herum erste Wahl, starke Weitwinkel- und Teleobjektive hingegen eher die Ausnahme.
  • In der Landschaftsfotografie dominieren Weitwinkel-Optiken mit großer Schärfe, guten Kontrasten und Detailreichtum.
  • Zum Fotografieren von Innen- und Außenarchitektur benutzen Profis meist – für Hobbyfotografen nahezu unbezahlbare – Fachkameras mit Weitwinkel-Optiken. Aber auch mit der Kleinbildkamera lassen sich gute Architekturfotos machen. Zu diesem Zweck gibt es Tilt- und Shift-Objektive, mit denen sich schon bei der Aufnahme stürzende Linien korrigieren lassen. Diese Spezialoptiken haben allerdings stattliche Preise. Vor dem Kauf einer solchen Spezialoptik sollte man deshalb bedenken, dass sich viele Aufgabenstellungen aus dem Bereich der Architekturfotografie auch mit ganz normalen Weitwinkel-Objektiven erledigen lassen. Die Brennweiten sollten dabei allerdings 28 Millimeter und kürzer sein. Auch hier sollt man vor einer Entscheidung unbedingt eine Kaufberatung in Anspruch nehmen.

Empfehlenswerte Objektive

Bei Canon-Fotografien sind die folgenden vier Objektive besonders beliebt – die beiden ersten für ambitionierte Einsteiger, das dritte und vierte für fortgeschrittene Fotografen:

  • Mit einer konstanten Blende von 1:2,8 über den gesamten Brennweitenbereich und integriertem Bildstabilisator erlaubt das EF-S 17-55mm 1:2,8 IS USM Aufnahmen auch bei schwachen Lichtverhältnissen ohne Änderung der Verschlusszeit. Ein Bildstabilisator ermöglicht Aufnahmen mit bis zu drei Belichtungsstufen längeren Verschlusszeiten ohne sichtbare Verstärkung der Verwacklungsunschärfe. Damit sind deutlich bessere Ergebnisse nicht nur bei Aufnahmen bei schwachem Licht, sondern auch bei schnell bewegten Szenen und bei Aufnahmen aus Fahrzeugen möglich. Die kreisrunde Blende verleiht dem Hintergrund bei offener Blende eine ansprechende Unschärfe (Bokeh). Das Hauptobjekt hebt sich markant vom Hintergrund ab, und die räumliche Tiefe wird betont. Diese Eigenschaften machen dieses Objektiv zu einem geradezu idealen Standard-Zoom.]
  • Das EF 50mm f/1.8 STM ist ein gleichermaßen beliebtes und bewährtes Objektiv mit Normalbrennweite zu einem attraktiven Preis. Dank seiner hohen Lichtstärke von 1:1,8 ermöglicht es das Hervorheben eines gestochen scharfen Motivs, eines Porträts etwa, vor einer attraktiven Hintergrundunschärfe. Auch wegen seiner besonders kompakten Bauweise bietet es sich insbesondere für Hochzeiten, Partys und andere Veranstaltungen an. Aber auch bei Low-Light-Umgebungen spielt es seine Stärken aus – etwa beim Fotografieren von Städten in der Dämmerung und bei Nacht, bei Feuerwerken und bei Innenaufnahmen. Die hohe Lichtstärke ermöglicht dabei schärfere Aufnahmen mit weniger Bewegungsunschärfe und verringert die Notwendigkeit, mit Blitzlicht zu arbeiten.
  • Das EF 24-70mm f/4L IS USM deckt die Bereiche Landschaft, Porträt und Reportage gleichermaßen ab und erfüllt sämtliche Anforderungen an ein Standard-Zoom. Über sämtliche Brennweiten hinweg liefert es eine konstante Lichtstärke von 1:4. Der eingebaute Bildstabilisator erweitert dabei die Aufnahmebereitschaft um bis zu vier Belichtungsstufen. Und eine Neun-Lamellen-Irisblende sorgt – insbesondere bei Porträtaufnahmen – für eine attraktive Hintergrundunschärfe (Bokeh). Dank seines Makro-Modus kann man sich seinem Hauptmotiv mit diesem Objektiv auf bis zu 38 Zentimeter nähern. Das ermöglicht Aufnahmen mit bis zu 0,75-facher Vergrößerung. Und dank seiner robusten Konstruktion ist dieses gegen Staub und Feuchtigkeit geschützte Objektiv auch harten Aufnahmebedingungen einsetzbar.
  • Das EF 85mm f/1,8 USM ist dank seiner kurzen Telebrennweite, hoher Lichtstärke und ultraschnellem Autofokus ein kompromissloses Porträt-Objektiv, das bereits bei maximal geöffneter Blende scharfe und klare Bilder liefert. Die 85-Millimeter-Brennweite gibt die Perspektive eines menschlichen Auges beim Betrachten eines Objekts aus der Nähe wieder. Ausdrucksstarke Aufnahmen liefert dieses Objektiv auch in der Dämmerung und in natürlich beleuchteten Innenräumen ohne Stativ und Blitz. Die konstante Objektivlänge über sämtliche Brennweiten sowie eine sich nicht drehende vordere Linsengruppe sorgen für eine überragende Handhabung – beispielsweise indem sie das Verwenden zirkularer Polfilter vereinfachen. Eine manuelle Fokussierung ist dabei jederzeit ohne Umschalten möglich. So kann die Schärfe nachreguliert werden, ohne dass die AF-Funktion ausgeschaltet werden muss.

Letzte Aktualisierung am 21.08.2017 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API