Canon 6d Mark II

Canon 6d Mark IICanon 6d Mark II Gehäuse

Kamera & Foto

Canon EOS 6D Mark II – Keine Filmkamera und trotzdem gut

Die Canon EOS 6D Mark II ist die Weiterentwicklung der EOS 6D aus dem Hause Canon, trotzdem gibt es mehr oder weniger große Veränderungen. Die Digitalkamera mit Spiegelsystem sticht unter den DSLRs zwar nicht wirklich hervor, kann jedoch durch die relativ große Megapixelanzahl des Vollformatsensors und das neue klappbare Display punkten. Wann und ob es jedoch klug ist, diese Kamera zu kaufen, erklären wir in diesem Artikel.

Technik:

Die Maße der Canon EOS 6D MK II betragen etwa 144,5 x 110,5 x 74,8 mm, somit ist sie nur kaum merkbar kleiner als ihr Vorgänger. Trotzdem besitzt sie, vor allem mit größeren Objektiven, eine stattliche und für verspiegelte Kameras recht normale Größe, die gut in der Hand liegt.
Der maximale interne ISO liegt bei 40.000, im Videomodus nur bei 25.600.
Der 35,9 x 24,0 mm CMOS-Sensor im Vollformat / Kleinbild mit 26 Megapixel ist eine der schon größeren Veränderungen in der Kamera. Somit besitzt er etwa 6 Megapixel mehr als der erste Vertreter der 6D-Reihe.
Auf die Canon EOS 6D Mark II passen bis auf EF-S und EF-M alle Arten der EF-Objektive.
Aufgrund der Leistung, die sie erbringt, braucht die Kamera allerdings sehr viel Strom. Ein großer Kritikpunkt ist daher, dass die Akkus sehr schnell alle sind und man eigentlich immer fünf oder mehr Ersatzakkus braucht.

Camera Connect App:

Die Kamera ist mit vielen nützlichen Features ausgestattet, so etwa der GPS-Funktion oder die Möglichkeit, Verbindung zu anderen Geräten via WLAN oder Bluetooth aufzunehmen. So ist es möglich, die DSLR über die Canon Camera Connect App zu steuern. Mit dieser kann man nicht nur die geschossenen Bilder augenblicklich auf dem eigenen Handy ansehen, die Aufnahme der Kamera ist auch live zu beobachten. Das mächtigste Tool der Camera Connect App ist aber wahrscheinlich die direkte Steuerung der Kamera über das Smartphone. Einstellungen wie ISO oder Blende können eingestellt und Fotos per Fernzugriff geschossen werden.

Verarbeitung/Handgriff:

Das Gehäuse der Canon EOS 6D Mark II ist wie gewohnt sehr robust und stabil gebaut. Trotz der Tatsache, dass spiegellose Kameras bereits deutlich kleiner und handlicher sind, kann man die 6D MK II gut führen und mit der Hand stabilisieren. Der Handgriff sitzt etwas tiefer als bei seinem Vorgänger, dies fällt bei der Bedienung jedoch kaum auf. So ist auch dieser qualitativ hochwertig verarbeitet und sorgt für eine angenehme Festigung beim Fotografieren und Filmen.
Passend zu diesem ist es gleichzeitig auch möglich, einen Batteriegriff für eine noch optimalere Kontrolle über die Spiegelreflexkamera an der 6D MK II zu befestigen.

Bildqualität:

Da viele Digitalkameras, die gleichgestellt zu der 6D Mark II aufgelistet werden, nur einen APS-C Sensor mit einer deutliche niedrigeren Megapixelanzahl besitzen, besticht die 6D Mark II mit einem optisch erst mal gut wirkenden Bild. Im Gegensatz zu anderen Kameras wirkt das Bild der Mark II heller, gesättigter und allgemein farbenfroher.
Allerdings sieht das Bild bei genauerer Betrachtung sehr matschig bzw. leicht verschwommen aus, sobald man im Bild heranzoomt.
Was man bei der Canon EOS 6D Mark II zudem stark bemängeln muss, ist die Low-Light-Performance. Bei dunklen Lichtverhältnissen oder bei Nacht ist das Bildrauschen sehr stark ausgeprägt und fällt besonders auf, wenn man die Qualität mit anderen Kameras vergleicht. Ein Hersteller, der dieses Problem besser und innovativer gelöst hat, ist zum Beispiel Sony.
Was die Bildqualität angeht, kann die 6D MK II daher nicht besonders punkten. Auch wenn sie auf den ersten Blick gut wirkt und auch der große Sensor und die hohe Megapixelanzahl für ein gutes Bild sprechen, ist dieses nur teilweise vorhanden.

Autofokus:

Ein hingegen sehr hervorragendes Tool der Canon EOS 6D MK II, das sehr befürwortet wurde, ist der automatische Fokus. Mit einem intelligenten Sucher ist es für die Kamera eine Leichtigkeit, Objekte zu tracken und diese selbst dann zu fokussieren, wenn sich die Position des aufgenommenen Objektes stark verändert. Dass der Autofokus so ausgereift und reibungslos funktioniert, ist besonders dann eine ungemeine Hilfe, wenn Aufnahmen schnell getätigt werden müssen.

Videomodus:

Natürlich besitzt die 6D MK II auch einen Videomodus, welcher sogar mit einem recht guten Bild bestückt ist. Trotzdem gibt es zwei Punkte, welche den Traum von der perfekten Filmkamera zerstören.
Erstens besitzt die 6D MK II keine 4K-Funktion. Dies ist zwar meiner Meinung kein wirklich schlimmes Problem, allerdings ist sie damit eigentlich nur noch für Hobbyfilmer geeignet. Zwar macht 4K besonders auf kleinen Bildschirm optisch keinen wirklichen Unterschied zu Full HD, wer jedoch qualitativ hochwertigere Filme produzieren will, Imagefilme für andere dreht oder gar Vloggen in Betrachtung zieht, ist bei der Mark II falsch.
Heutige Videos müssen nicht grundsätzlich in 4K aufgenommen werden, sollten aber mindestens die Funktion dazu haben. Da mit der Technik auch die Erwartung der Kundschaft steigt, kann man davon ausgehen, dass in wenigen Jahren 4K die Standardauflösung ist. Und schon heute ist es nicht selten, dass Leute gerne 4K Videos sehen, daher lohnt es nicht, heutzutage eine Kamera für Film ohne 4K-Funktion zu kaufen.
Der zweite und ebenfalls starke Punkt ist die Tatsache, dass die 6D MK II die Blendenprioriät im Videomodus nicht anbietet. Dies könnte zu einem Hindernis beim Filmen, insbesondere dem Vloggen werden.

Display:

Mit der 6D MK II hat Canon eine kleine Revolution bei ihren Kameras gestartet. Denn die 6D MK II ist die erste Kamera von Canon, die ein klappbares Display besitzt. Dieses kann umgedreht oder seitlich zu dem Gehäuse ausgeklappt und nach unten oder oben angeschrägt werden. Dadurch sitzt das Display zwar lockerer am Gehäuse als ein festes Display und kann so schneller abbrechen, jedoch ist es wirklich unwahrscheinlich, dass dies eintritt.
Dank der Klappbarkeit des Displays ist es möglich, das Bild während der Aufnahme zu betrachten, selbst wenn man aus extremen Positionen filmt, z.B. wenn die Kamera nahe am Boden ist oder hoch in die Luft gehalten wird. Dieses Art von Display ist allerdings schon länger bei DSLRs und spiegellosen Kameras vorhanden und ich würde niemandem empfehlen, noch eine Kamera ohne klappbares Display zu kaufen.

Fazit:

Die Canon EOS 6D Mark II ist eine gute Spiegelreflexkamera. Sie besitzt ein gutes Bild, ist qualitativ und hochwertig verbaut worden und auch die Videofunktion ist keinesfalls schlecht. Trotzdem kann man an der Kamera auch viel Kritik auslassen. So merkt man während der Benutzung schnell, dass die 6D MK II nicht fürs Filmen gemacht wurde.
Im Fotomodus, für den die Kamera ursprünglich auch gebaut wurde, sieht die Sache schon ganz anders aus. Natürlich sind Kritikpunkte wie etwa die schlechter als erwartete Low-Light-Performance oder das wenig scharfe Bild ein Ärgernis, trotz allem besitzt die Kamera, besonders bei dem Preis von etwa 1000-2000 Euro ein wirklich gutes und mehr als zufriedenstellendes Bild. Zwar würde ich die 6D MK II niemandem empfehlen, der professionell arbeiten will, für Anfänger, die sich in den Bereich Fotografie noch reinarbeiten wollen (und keine Videos machen wollen, hier empfehle ich für Anfänger eher die Panasonic Lumix G70), ist die Canon EOS 6D Mark II eine gute Investition.

Letzte Aktualisierung am 17.12.2018 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API