Objektiv Arten

FÜR JEDES MOTIV DAS PASSENDE OBJEKTIV

Die moderne Fotografie bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten, sich kreativ und gestalterisch auszuleben. Dabei gilt es, unter einer großen Auswahl an Objektiven das für das jeweilige Motiv richtige zu verwenden. Die Wahrnehmung des menschlichen Auges deckt einen Bildwinkel zwischen 40 und 50 Grad ab. In der Fotografie gelten Bilder mit größerem Winkel als Weitwinkelaufnahmen, solche mit kleinerem Winkel als Teleaufnahmen. Generell gilt, dass der Bildwinkel umso weiter wird, je kürzer die Brennweite ist. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Lichtstärke des Objektivs. Je höher diese ist, umso besser können die Motive abgebildet werden und umso teurer ist das Objektiv gleichzeitig.

STANDARD Objektiv (-ZOOM)

Das Standardobjektiv kommt mit einer Brennweite von 40-60mm dem Bildwinkel des menschlichen Auges sehr nahe. Kanten und Linien werden bei einer hohen Bildschärfe nicht verzerrt, sondern natürlich dargestellt. Die Lichtstärke ist sehr hoch, bis zu Blende 2.8, was auch Aufnahmen im Innenraum und bei wenig Licht ermöglicht. Das Standardobjektiv eignet sich durch naturgetreue Aufnahmen für Portraits, Reportage-, Mode- oder Straßenfotografie sowie dokumentarische Aufnahmen oder Bilder aus dem alltäglichen Leben.

WEITWINKEL Objektiv (-ZOOM)

Durch die Brennweite von 15-35mm erzeugt das Weitwinkelobjektiv einen größeren Bildwinkel als das Standardobjektiv, was einen größeren Motivausschnitt ermöglicht. Die abzubildenden Objekte werden auf der Linse kleiner dargestellt, als sie mit dem Auge wahrgenommen werden. Die große Schärfentiefe erlaubt eine klare Abbildung von nahen und fernen Objekten zugleich, was den Fotos einen stark räumlichen Charakter verleiht. Der Abstand zum Motiv darf allerdings nicht zu gering sein, da es dann zu einer unnatürlichen oder verzerrten Darstellung kommen könnte. Durch die hohe Lichtstärke von bis zu Blende 2.8, kann das Objektiv auch im Innenraum eingesetzt werden. Zur Anwendung kommt es vor allem in der Landschafts- und Architekturfotografie.

TELE Objektiv (-ZOOM)

Mit dem Teleobjektiv wird bei einer Brennweite von über 60mm ein kleinerer Bildwinkel erfasst als das menschliche Auge wahrnimmt. Weit entfernte Motive können nahe herangeholt werden, wobei durch die geringe Schärfentiefe nur das Hauptmotiv klar vor einem unscharfen Hintergrund dargestellt wird. Die Lichtstärke ist eher gering, sodass ausreichend natürliches oder künstliches Licht für eine adäquate Beleuchtung vorhanden sein muss. Vor allem für Anfänger ist die Verwendung eines Bildstabilisators sinnvoll, da die Fotos aus großer Entfernung leicht verwackelt werden. Außerdem könnte der Gebrauch eines Stativs in Betracht gezogen werden, da es sich um ein relativ schweres Objektiv handelt und so eine bessere Bildstabilität erreicht werden kann. Das Teleobjektiv wird vor allem in der Tier-, aber auch in der Sportfotografie eingesetzt.

FESTBRENNWEITEN

Bei dieser Art des Objektivs kann die Brennweite nicht verändert werden. Das Canon EF 50mm f1.4 ist ein solches. Die Bilder zeichnen sich durch gute Qualität sowie durch hohe Auflösung und Lichtstärke aus. Durch den großen Bildwinkel besteht kaum Gefahr, das Foto zu verwackeln, darüber hinaus kann das Hauptmotiv gut vom Hintergrund isoliert werden. Zum Einsatz kommen Festbrennweiten dann, wenn man Fotos mit hoher Bildqualität machen möchte.

SPEZIALOBJEKTIV MAKRO

Mit dem Makroobjektiv kann ein großer Abbildungsmaßstab erzielt werden. In einem Maßstab von 1:2 wäre die Abbildung auf dem Film oder Sensor halb so groß wie das Objekt selbst. Für diese Aufnahmen muss man möglichst nahe am Motiv sein, sodass die Kamera gerade noch scharfstellen kann. Makroaufnahmen beginnen ungefähr ab einem Maßstab von 1:4 und werden für Ultranahaufnahmen verwendet. Kleine Objekte können deutlich vergrößert dargestellt werden, was sich beispielsweise für Naturaufnahmen von Insekten oder Pflanzen eignet. Empfehlenswert ist die Verwendung eines Stativs, um die millimetergenauen Bilder nicht zu verwackeln.

SPEZIALOBJEKTIV FISHEYE

Dieses Objektiv erzeugt einen ganz besonderen Effekt. Alle außerhalb der Bildmitte verlaufenden Linien werden stark gekrümmt, wodurch der Eindruck entsteht, dass das Motiv stark gewölbt oder wie um eine Kugel gelegt wäre. Der Effekt ist einem Fischauge nachempfunden, das durch die Wasseroberfläche nach oben blickt. Das Objektiv mit einer Brennweite von maximal 16mm schafft durch die Verzerrung extrem abgeänderte Perspektiven, was ein kreatives Ausleben in der Fotografie ermöglicht. Auch für Panoramabilder ist das Fisheyeobjektiv perfekt. Für eine 360 Grad-Aufnahme reichen schon drei aneinander gestückelte, sich leicht überlappende Fotos.

SPEZIALOBJEKTIV TILT UND SHIFT

Dieser Effekt sorgt für eine Verschiebung (Shift) und Verschwenkung (Tilt) des Linsensystems. Diese beiden Funktionen agieren voneinander unabhängig und können getrennt voneinander eingesetzt werden. Die Shift-Funktion sorgt für einen größeren Bildkreis, was zu einer Verschiebung des Motivs auf dem Sensor führt. Stürzende Linien an den Rändern des Bildes werden so entzerrt und begradigt, was vor allem in der Architekturfotografie Anwendung findet. Die Tilt-Funktion verlagert durch Verschwenken die Schärfeebene, wodurch man Schärfe und Unschärfe auf dem Bild selbst einstellen kann. Dies kommt zum Einsatz, wenn nur gewisse Motive auf dem Bild scharf dargestellt werden sollen, während der Rest verschwommen bleibt.

Letzte Aktualisierung am 21.08.2017 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API