Partyfotografie – Kameraeinstellung, Objektive, Tipps

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Kamera & Foto

Partyfotografie

Ob Abiball oder Betriebsfest, Faschings-oder Neujahrsfeier, ob Turnhalle, Clubkeller oder abendliche Freilichtbühne: Die Abenteuer, die den Fotografen bei abendlichen Feiern oder Festen in geschlossenen und künstlich beleuchteten Räumen erwarten, sind nicht ganz unberechenbar, aber doch vielfältig. Da gibt es Schlagschatten und plötzlich wechselnde Lichtstärken-und Farben. Da bewegen sich die Objekte-also die Partygäste- unvorhergesehen vom Licht in den Schatten und vom Schatten ins Licht.

Keine Minute hat man die Blendenöffnung eingestellt, da muss man sie schon wieder neu anpassen. Es gibt ein paar hilfreiche Regelmäßigkeiten, um weichere, aussagestarke Personen-und Atmosphäre-Fotos zu erbeuten und dem großen bösen Rauschen zu entgehen, das sich so gerne abendlicher Bilder bemächtigt.

Im Wesentlichen zeigen gute Partyfotos neben gestellten und zufälligen Fotos der Gäste Momentaufnahmen bei Vorführungen oder Tanz, Begrüßungen oder eindrucksvollen Gesten des Redners. Hinzu kommen optische Leckerbisssen wie die Raumdeko ganz in blauem Samt oder die speziell angestrahlte Mauer beim Burg-Openair.

Bei Parties kann man generell versuchen, so viel wie möglich ohne Blitz klarzukommen, da es meist um die Stimmung geht und weniger um Perfektion. In vielen Fällen kann man mit etwas Erfahrung die vorhandene Beleuchtung des Ortes clever nutzen. Bei manchen Events tragen die Gäste Reflektierendes oder Luminiszierendes. Es gibt die Deckenleuchten, Scheinwerfer am Mischpult, Spots oder Bühnenbeleuchtung. Das sind reizvolle Effekte mit denen der Partyfotograf spielen lernen kann!

Kreativität in der Nachtfotografie

Auch gegen das Licht zu fotografieren kann seinen Reiz haben. Einfach ausprobieren. Eventuell kann man zuhause mit kleinen Tischlampen, Kerzen, dem dimmbaren Deckenfluter und anderen Lichtquellen experimentieren, indem man vielleicht einen Kumpel oder die Katze bittet, als bewegtes Objekt eine Weile zu posen. Auch Heiligabend mit der Familie im heimeligen Dusellicht mit Christbaumbeleuchtung kann eine super Vorübung für Partyfotografen sein, Gesichter und Stimmungen im richtigen Verhältnis von Schatten und Licht einzufangen, während sie sich lebhaft unterhalten, essen, trinken oder Geschenke auspacken entspricht genau den Anforderungen.

Partybilder mit einfach nur schönen, glatten, lächelnden Gesichtern schaut man sich maximal zwanzig Stück an, dann wird es meist langweilig. Gesamtstimmung einzufangen ist die wahre Kunst. Es hilft natürlich, wenn man Gäste kennt. Wenn nicht, spricht man sie einfach mal an! Um Brücken zu bauen, braucht man nun etwas Technik.

Eine möglichst lange Belichtungszeit und ein externer Blitz sind schon optimale Voraussetzungen für einen Raum mit wechselhaften Licht, der trotz der vielen Lichtquellen nicht vollständig ausgeleuchtet ist. Wäre ja auch keine Partystimmung mehr. Bei langer Belichtung ist eine ruhige Hand wichtig sowie den Stabilisator zu aktivieren.

Allgemeine Grundeinstellungen oder worauf die Vorbereitung abzielt

Der Aufsteckblitz sollte über TTL verfügen. So kann der Partyfotograf das Licht messen und die Blitzleistung automatisch anpassen. Die Verwendung eines externen Blitzes- es kann der große oder der kleine wie der Canon 430EX III-RT Speedlite Blitzgerät sein- ist bei wechselhaften Lichtverhältnissen auf jeden Fall ratsam.

Bei der Positionierung der Gäste auf Einzel-und Gruppenfotos berücksichtigt man Bühnenlicht und andere Beleuchtung sowie den Winkel, in dem sich die Leute dazu bewegen. Licht hinter den Gästen und damit vor der Kamera ist immer besser als Licht hinter dem Fotografen, also hinter der Kamera. Das Motiv vor die Lichtquelle zu setzen ergibt einen bunten und hellen Hintergrund mit schöner Partystimmung.

Ein geneigter Blitzwinkel ist angenehmer und ergibt ein weicheres Licht als ein frontaler, der alles flacher erscheinen lässt. Daher sind sowohl ein kleiner als auch ein großer Aufsteckblitz zur Canon oder Sigma gut in der Ausrüstung zu haben.

Ein integrierter Blitz wird den Anforderungen der Partyfotografie in aller Regel nicht genügen. Alle Lichtquellen sind bei Events in unterschiedlicher Höhe und zu verschiedenen Zwecken angebracht wie die Tischbeleuchtung, die Bühnenspots, die Discoscheinwerfer.

Dieses gemischte Licht erschwert den Weißabgleich. Der sollte bei der Kamera einstellbar sein, nämlich auf lebhafte, warme Hauttöne, nicht auf die blauen, blass machenden Töne. Bei einer Party möchte man überall gleichzeitig sein und möglichst viele Eindrücke einfangen. Dafür kann man keine riesige Fotoequipment-Tasche mit mehreren Objektiven gebrauchen. Da bei den meisten Vollformatkameras größere und schwerere Objektive verwendet werden, wäre das ein Nachteil gegenüber einer Crop.

Günstige Crop Kamera oder Vollformat?

Das ist jetzt etwas anspruchsvoller zu erklären, da es sich nach der Personenzahl richtet. Einzelner verträumter Tänzer im Club oder Gruppenaufführung der Brautjungfern in der Gemeindehalle? Mittlere Weitwinkelobjektive mit 24 bis 35mm beim Vollformat sind bei Gruppenaufnahmen angemessen. Um jedoch Verzerrungen an den Rändern, Eierköpfe, flache Pfannkuchengesichter oder Fahndungsfotos zu vermeiden sollte man den weiten Winkel allerdings nicht zu sehr ausreizen.

Dagegen haben Normalobjektive für Gruppenbilder einen zu engen Aufnahmewinkel. Lichtstärke ist eine wichtige Eigenschaft, mit kleiner Blendenzahl wie 2,8 oder weniger. Festbrennweiten wie das Sigma 24mm Art oder das Sigma 35mm Art könnten eine Investition wert sein.

Lichtstärkere Optiken lassen aufgrund ihrer großen Blendenöffnung mehr Licht ein. Damit ist das Sucherbild heller, was ein Segen ist. Die Kitoptiken haben am oberen Ende eine Blende von f/5.6. Das macht das Gesamtbild im Sucher jedoch etwas düster. Fazit: Höhere Lichtstärken bedeuten ein helleres Sucherbild. Am besten, man entscheidet sich für ein Objektiv, damit man keinen Optik-Fuhrpark mitschleppen muss.

Wer viel blitzt, braucht Akkus und Ersatzbatterien. Schon vor dem Partyeinsatz ist es neben einigen Ressourcen nicht verkehrt, vorab die wichtigsten Grundeinstellungen zu speichern, z.B. die Belichtungsmessung. Im manuellen Modus M ist die Belichtungszeit, Blende und die ISO unabhängig voneinander wählbar. Weitere sehr angenehme Eigenschaften des M-Modus sind, dass man die Belichtungsmessung auf Spot einstellen kann und sie nur für den Blitz benötigt. Bei Wechsellicht ist es wichtig, die Verschlusszeit manuell bestimmen zu können.

Erster oder zweiter Blitzvorhang? Vorhang auf – Es blitzt!

Der Aufsteckblitz ist immer einstellbar. Damit ist der erste oder zweite Verschlussvorhang frei wählbar, was große Vorteile zum Ausprobieren aller Varianten hat. Das ist nicht nur als Einsteiger reizvoll, denn welcher Fotograf spielt nicht gerne mit Effekten? Wichtiger Unterschied ist, dass die Kamera bei der Wahl des zweiten Vorhanges erst am Ende der Belichtungszeit den Blitz auslöst.

Damit kann man wirkungsvoll verwischte Hintergründe zaubern und den Vordergrund noch plastischer in Szene setzen. Wenn Tanzbewegungen sichtbar gemacht werden sollen, lässt man die Verschlusszeit etwas länger, zum Beispiel um 1/15 Sekunde oder mehr. Verschlusszeiten ausprobieren ist herrlich schöpferisch und experimentell!

Beim zweiten Vorhang blitzen bedeutet allerdinge auch einen kleinen Vorblitz, der geblitzte Personen irritieren kann. Leute, die sich während des Belichtungsvorganges angewidert abwenden oder die Augen zukneifen sind natürlich auf Partiyfotos suboptimal. Dieser Aspekt spricht widerum für den ersten Vorhang. Man muss versuchen, beim Zoomen die richtige Schärfeebene einzustellen, wenn der Blitz zündet. Fazit: Der erste Vorhang ist eigentlich für Feten immer gut.

Die Blendenöffnung für Partyfotos sollte eher eine niedrige Blendenzahl haben, damit sie viel Licht durchlässt. Bei f/3.5 erreicht man eine gute Tiefenschärfe. Je dunkler die Umgebung, umso länger die Belichtungszeit, bis zu 1/6 sek. Sobald Scheinwerfer in der Nähe der Gäste angeschaltet werden, verkürzt man die Belichtungszeit, z.B. 1/15s oder 1/40 sek.

Eine größere Blendenöffnung, z.B. f/1.4, ließe mehr Licht durch, führt jedoch zu einer niedrigeren Tiefenschärfe. Platzmangel, enge Räume, viele Menschen fragen eher nach einem Weitwinkel. Alternativ zum Weitwinkel geht eine 50mm Festbrennweite, dann jedoch benötigt man für die höhere Tiefenschärfe die höheren Blendenzahlen wie f4 bis f5.6. Als Partyfotograf achtet man auf die Beleuchtung im Club oder der Location. Wer weder eine Lee-Folie noch eine Graukarte hat oder einsetzen mag, ist gut beraten mit dem automatisch eingestellten Weißabgleich, um Blaustiche durch das Kunstlicht zu vermeiden.

Das Blitzlicht formen

Bei weißen Decken oder Wänden bietet sich die Nutzung des indirekten Blitzes an, sofern die weiße Fläche nicht zu weit entfernt ist. Der Winkel, also die Neigung des Blitzes soll hierbei einstellbar sein und um die 60-90 Grad liegen. Das Licht ist dann weicher als beispielsweise ein frontaler Blitz, harte Schatten verschwinden.

Ein weicheres Licht verschafft auch ein Diffusor oder Bouncer. Das ist ein milchiger Plastikaufsatz, zum Aufstecken auf den Blitz. Er streut das Licht. Den gleichen Effekt für weniger Geld hat ein Plastikbecher oder eine Butterbrottüte.

Für alle, die entfesselten Blitz nutzen können oder die ca. 50 € ausgeben möchten: Das Blitzgerät ist per Kabel mit der Kamera verbunden oder wird durch einen Funkfernauslöser ausgelöst. Dafür kann man je nach Umgebungslicht den Iso-Wert auf ca. 800 oder 1600 einstellen. Höhere Werte läuten das Bildrauschen ein. Als Verschlusszeit eignet sich etwa 1/3 Sekunde. Am Blitz wird keine besondere Einstellung vorgenommen. Er soll einfach am Anfang der Belichtung auslösen.

Mit den kleinen Tricks und etwas Experimentierfreude und Übung bekommt man schon sehr bald die ersten guten und vor allem rauscharmen Partybilder. Wer erbeutet also ab jetzt die besonderen Moves zur House Musik oder die herzliche, schwungvolle Umarmung der Braut? Wer knipst bei der Mottoparty und zeigt nicht mehr nur die Deko?

Letzte Aktualisierung am 21.08.2018 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API